Pflegepolitik

Hessen will Tagespflege in die Fläche bringen

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) hat den ersten Hessischen Pflegebericht veröffentlicht. Ziel ist unter anderem die Tagespflege in die Fläche zu bringen und zielgruppenbezogen weiterzuentwickeln.

Kai Klose (Bündnis90/Die Grünen), Hessischer Minister für Soziales und Integration Foto: Julia Imhoff

Die aus dem neuen Bericht abgeleiteten Empfehlungen bilden die Basis für den Landesförderplan Pflege der Landesregierung. „Die Herausforderungen in der Pflege sind groß. Der Landesförderplan mit passgenauen Maßnahmen ist Voraussetzung für eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgungsstruktur“, sagt Sozialminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen).

Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe Universität in Frankfurt am Main hat im Auftrag des HMSI eine Bestandsaufnahme vorgenommen, die nun mit dem Pflegebericht vorliegt. „Um ein genaues Bild über die Lage zu erhalten, wurden in großem Umfang Daten erhoben und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet“, so der Minister weiter. Die Ergebnisse verschafften erstmals einen detaillierten Überblick über die in Hessen vorhandenen Betreuungs- und Entlastungsangebote.

Der Pflegebericht prognostiziert für Hessen bis 2030 eine Zunahme pflegebedürftiger Menschen um 11,7 Prozent“, sagte Klose. Da der weitaus größte Teil zuhause versorgt werde, treffe der zunehmende Bedarf besonders den Bereich der ambulanten Pflege. „Hier wird sich den Ergebnissen zufolge im Landesdurchschnitt ein Mehrbedarf von 14,4 Prozent ergeben.“

Der Hessische Pflegebericht betrachtet acht Versorgungsbereiche, die insbesondere ältere und pflegebedürftige Menschen betreffen: ambulante Pflege, Kurzzeitpflege, Tagespflege, vollstationäre Pflege, Betreuungs- und Entlastungsangebote, betreutes Wohnen, Wohngemeinschaften sowie die Palliativversorgung.

Die Handlungsempfehlungen an den Bund und die Kommunen lauten:

  • Ausbau der ambulanten Pflege
  • Schaffung von Betreuungs- und Entlastungsangeboten zur Stabilisierung der häuslichen Pflege
  • Schaffung von Angeboten zur zielgruppengerechten Entwicklung und Umsetzung von Pflegeprävention und Gesundheitsförderung
  • Tagespflege in die Fläche bringen und zielgruppenbezogen weiterentwickeln
  • Mit Bedacht vorgenommener Ausbau der vollstationären Pflege
  • Schaffung alternativer Wohnformen sowie mehr bezahlbare Angebote im Bereich Betreutes Wohnen
  • Bekanntheitsgrad ambulant betreuter Wohngemeinschaften steigern sowie das Angebot ausbauen
  • Dem durch die demographische Entwicklung entstehenden steigenden Bedarf an Palliativversorgung begegnen
  • Die Rolle der Kommunen stärken

Der Bericht steht auf der Webseite des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zum Download bereit: https://soziales.hessen.de/gesundheit/pflege/hessischer-pflegebericht